Osaka und das Ende einer langen Wertpapiertradition

Die japanische Stadt Osaka, drittgrößte des Landes, ist seit jeher ein Ballungsgebiet und Handelszentrum. So verwundert es nicht, dass es hier bereits seit 1879 eine Börse gab. Doch im Jahr 2013 findet diese Tradition ein Ende – die Börse wurde von der in Tokio übernommen. In Osaka gibt es nur noch Derivate.

Die Tokiotische Börse will die unangefochtene Nummer eins in Asien sein. Doch es gibt Konkurrenz. So in Shanghai oder Hongkong. Osaka, der bislang zweitgrößte Wertpapierhandelsplatz in Japan wird nun Tokio angeschlossen –was die Papiere von rund 1.000 Unternehmen betrifft.

Damit ist Tokio nunmehr die Nummer drei in der Welt, zumindest, was das Handelsvolumen angeht. Hintergrund, so hört man aus Tokio, scheint es zu sein, dass man Investoren aus der ganzen Welt ein einheitliches und großes Marktumfeld schaffen möchte.

Seit 1878 besteht die Börse in Tokio, die 1943 mit vielen kleinen Börsen zusammengeschlossen wurde. Die US-Besatzer lösten sie jedoch 1947 vollkommen auf. Ab 1949 fand wieder regulärer Handel statt. Der klassische Parketthandel wurde zum 30. April 1999 aufgegeben – von nun an gab es nur noch den elektronischen Börsenhandel. In die Schlagzeilen kam die Tokioter Börse 2005, als wegen eines Programmfehlers stundenlang kein Handel möglich war. Seit 2010 wird in Tokio das neue schnelle Handelssystem Arrowhead benutzt. Die Latenzzeit beträgt 5 Millisekunden. Zur Zeit handelt man hier Aktien von 31 ausländischen Unternehmen sowie 2200 aus Japan.

134 Jahre Börsengeschichte sind damit in Osaka zu Ende. Bereits in den 90er Jahren waren aus Osaka viele große Firmen abgewandert, und hatten sich in Tokio niedergelassen.

Bildquelle: © bildpixel/ PIXELIO

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