Das Plus oder Minus der Aktien

Momentan gibt es an den Börsen im Großen und Ganzen nur gute Stimmung. Dennoch raten Experten davon ab, in europäische Aktien zu investieren. Warum?

Die Euro-Krise ist noch nicht ausgestanden, so viel ist sicher. Aber dennoch sind einige der Aktienindizes relativ gut gelaufen – besser als erwartet. Der DAX beispielsweise hat im Jahr 12 immerhin rund ein Drittel zulegen können – ein traumhafter Wert. Wer in Europa investieren möchte, sollte sich genau überlegen, an welcher Stelle er das tut.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass der Aufwärtstrend des DAX auch im Jahr 13 anhält. Manche Anleger setzen auf Aktien aus den südeuropäischen Krisenländern, und hoffen auf eine dortige Erholung. Dabei sollte man Finanzwerte eher meiden.

Statt dessen wird zu solchen Unternehmen geraten, die exportorientiert sind. Denn hier ist ein Aufschwung zu erwarten, wenn sich die Konjunktur dort sichtbar erholt. Pessimisten geben aber zu bedenken, dass die Eurokrise noch nicht ausgestanden ist, und es immer noch sein kann, dass der Währungsverbund auseinanderbricht. Allerdings kann man davon ausgehen, dass bei einem Ausstieg des einen oder anderen Landes diese Unternehmen besonders profitieren. Denn danach würde zwangsläufig die alte Landeswährung wieder eingeführt und extrem abgewertet. Das bringt schließlich eine erhöhte Nachfrage aus dem Ausland mit sich und sorgt dafür, dass das Exportwachstum steigt. Branchen, die vor allem ins Ausland liefern, sind beispielsweise Maschinen – und Autobau.

Insgesamt ist die Stimmung der Anleger recht positiv. Aber genau das macht manchen Experten Sorgen. Denn die Börsianer sollten vorsichtig sein, sind es aber nicht immer. Nur die Privatanleger sind nach wie vor recht zurückhaltend. Die Finanzkrise steckt vielen in den Knochen, weshalb sie dann auf den fahrenden Zug erst kurz vorm Bahnhof aufspringen, also viel zu spät und nahe der Höchststände der Aktien. Vor allem dem DAX wird nach seinem rasanten Aufstieg im letzten Jahr ein Rückgang zugesprochen. Experten gehen von rund 1500 Punkten aus, die er verlieren könnte. Nach einem solchen Absturz kann es lohnen, zuzugreifen und die Erholung abzuwarten, die mit Sicherheit kommt.

Da die großen Industrienationen sparen müssen, kann man schon im zweiten Halbjahr 13 davon ausgehen, dass die Stimmungsverbesserung merklich abflaut. Und der Sparkurs ist Gift für die Aktien. In den Schwellenländern besteht diese Gefahr nicht so sehr, da die Volkswirtschaft dort besser dasteht. Die Schulden sind insgesamt geringer als bei uns. Deshalb wird Anlegern derzeit dazu geraten, ihr Anlageverhalten umzustellen und sich den Ländern mit starken Wirtschaftswachstum zuzuwenden. Denn hier gibt es nachhaltige Wirtschafts- und Geldpolitik.

Bildquelle:
© Tony Hegewald / PIXELIO

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