Wie entwickelt sich die Aktie des Marktführers Allianz?

Die Versicherungsbranche wehklagt seit 2012 besonders laut. Grund sind vor allem die Niedrigzinsen, die nicht nur privaten Sparern das Leben schwer machen, sondern auch den Gesellschaften, die den Kunden hohe Gewinnzusagen machten.

Langfristige und lukrative Verträge werden von den Kunden immer seltener abgeschlossen, denn wer hat schon noch Vertrauen in lange Anlagen. Eine „dynamische Geschäftsentwicklung“ kann allein Markführer Allianz vorweisen. Hier ist die Welt noch in Ordnung und man schreibt Monat für Monat pechschwarze Zahlen. Wie das erreicht wird, wollen wir hier lieber nicht hinterfragen; die Mitarbeiter könnten ein Lied davon singen.

Was es auf alle Fälle einbringt, ist die positive Einschätzung der Analysten. Diese weisen der Allianzaktie eine Favoritenrolle zu und raten jedem Aktieninhaber dazu, die Allianzpapiere im Depot zu führen.

Rätselhaft bleibt selbst manchen Experten, wie es sein kann, dass die gesamte Branche angeschlagen ist, aber ausgerechnet einer von ihnen zum Liebling der Rating-Agenturen wird. Aber das scheint sich zu bedingen; denn während die einen unter den diversen Lasten ächzen, kann die Allianz ihre ganze Stärke gegenüber den anderen ausspielen.

Rund 94 Millionen deutsche Lebensversicherungsverträge werden bei der Allianz geführt. Das ist ein Traumwert, den andere Versicherungen nicht erreichen werden, Krise hin oder her.
Und als wären die Erfolge auf dem gesamten Versicherungssektor nicht genug, macht sich die Allianz jetzt auch noch im Bankengeschäft breit. Kredite und sogenannte Parkkonten mit Tagesgeldcharakter sorgen für zusätzliche Einnahmen und gute Geschäfte.

Die Lebensversicherer im Allgemeinen konnten in den letzten Jahren auch bei schlechten Renditen immer noch um die 4 Prozent erwirtschaften. Die Debeka beispielsweise sogar fast 5. Eine Branchenstudie hat ergeben, dass auch noch weiter sinkende Gewinne den Lebensversicherungen nichts anhaben dürften, weil die Kosten immer weiter gesenkt werden.

Beispiel Allianz: hier hat man eine Verwaltungskostenquote von 1,1%. Darauf ist der Konzern stolz. Allerdings bedeutet das eine schlechtere Kundenbetreuung, und dass man inzwischen mehrere Monate auf Leistungen warten muss, weil die Mitarbeiter überlastet sind. Aber das taucht in derartigen Studien nicht auf.

Satte Preiserhöhungen brachte den Versicherungen die Einführung der Unisex-Tarife. Solche Erfolgsmeldungen veranlassen die Experten dazu, den Kunden zu einem Aktienkauf der Allianz zu raten. Denn obwohl die Papiere in 2012 bis auf 105 Euro stiegen, sollen sie noch weiter steigen, da sie angeblich unterbewertet seien.

Bildquelle: © Tony Hegewald / PIXELIO

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